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Der Virus in der Kita

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© www.pfarrbriefservice.de

„Bildungsinstitutionen bleiben geöffnet, denn Kinder sind keine Pandemie-Treiber“ – mit diesem Wortlaut sind auch unsere fünf Kindertagesstätten der Kirchengemeinde im Regelbetrieb geöffnet.

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Der Virus in der Kita – kein neues Bilderbuch, sondern Kita-Alltag

„Bildungsinstitutionen bleiben geöffnet, denn Kinder sind keine Pandemie-Treiber“ – mit diesem Wortlaut sind auch unsere fünf Kindertagesstätten der Kirchengemeinde im Regelbetrieb geöffnet.

Geöffneter Regelbetrieb in einer Bildungsinstitution. Ja, Kindertagesstätten dienen durchaus der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung. Sie sind systemrelevant und unterstützen Eltern bei Einklang von Beruf und Familienleben. Auch wenn die mediale Berichterstattung oftmals vorrangig Schulen hervorhebt, so ist die Betriebsführung und die Alltagsgestaltung einer Kindertagesstätte doch deutlich anders wie gewohnt und alles andere als im Regelbetrieb. Ein Haus mit Kindern lebt davon, dass sie sich selbst ihre Lernwelt erobern, Räume mit unterschiedlichem Bildungs- und Lernmaterial selbständig aufsuchen, mit Spielpartnern Sozialleben kennen und üben lernen, Unterstützung bei den begleitenden Erzieher/innen suchen.

Bleib bitte in der Gruppe. Nein, du kannst leider nicht zu deiner Freundin nach drüben gehen. Komm, wir gehen zusammen Hände waschen. Halt, die andere Gruppe ist gerade im Waschraum. Wie fühlst du dich – geht es dir gut?

 

Die Erzieher/innen sind seit August stark darin gefordert, den Alltag im Kindergarten auf die neue Lage auszurichten: Vermeidung von Kreuzkontakten zwischen den Kindern, den Kolleg/innen, zwischen den Eltern beim Bringen und Abholen, getrennte und geteilte Nutzungen von Räumlichkeiten und Spielecken, Dienstplan-Management mit wenig Personal (auch Erzieher/innen werden krank), verstärkte Hygienetätigkeiten, enge Begleitung im Waschraum, Abstandhaltung zwischen den Erwachsenen, Gespräche auf Distanz, Einarbeitung in sich stetig überholende Anweisungen, Regeln und Anordnungen. Bildungsarbeit hat etwas mit Kontakt, mit Nähe und Zuwendung zu tun. Mit Gespräch, Singen, Toben, bunter Mischung von Klein und Groß u.v.m.. Der normale Alltag eines eigentlichen Regelbetriebs läuft dabei parallel: Konzeptionsentwicklung und -anpassung hinsichtlich des neuen Kita-Gesetzes, Jahresabschluss, Perspektivplanung, Baubesprechungen, Raumkonzeptentwicklung – inzwischen häufig nicht-persönlich sondern im digitalen Format.

 

Und wenn es dann doch passiert, dass der Virus in die Kita kommt? Trotz Betretungsverbot, trotz Mund-Nasen-Bedeckung, trotz Desinfizierung, Reinigung, Abstandhaltung, guten Überlegungen und neuen Abläufen?

Dann reagieren Kitaleitung und Träger ganz schnell – gemeinsam wurde ein Meldeprozess erarbeitet, der Sicherheit und Orientierung gibt: Meldung an das Gesundheitsamt und alle weiteren Behörden, umgehende Information an Eltern und Mitarbeitende, Zuwendung zu den erkrankten Personen, Schließung von Gruppen oder der gesamten Kita und Umsetzung der Anordnungen des Gesundheitsamtes. Vermutlich kann man vor dem Virus nicht davonlaufen. Wir begegnen ihm, reagieren. Und das aufmerksam, sachlich und solidarisch.

Von Herzen wünsche ich unseren Erzieher/innen weiterhin Mut und Kraft, den wunderbaren Beruf auch in diesen Zeiten kreativ und einfallsreich zu gestalten, ohne ständig von Sorgen geleitet zu sein. Den Kindern wünsche ich, dass ihr neuer Alltag trotz Maske, Abstand und Händewascherei ungezwungen, freudig und neugierig bleibt. Unseren Eltern und Familien wünsche ich, dass auch sie kraftvoll und langatmig den Spagat zwischen ihrem beruflichen Alltag unter/mit dem Virus und dem Familienleben mit gewaltig einschränkenden Auflagen liebevoll gestalten und das Gespräch und Zuwendung nicht auf der Strecke bleibt.

 

Bleiben und werden Sie gesund! Geben wir gut aufeinander acht!

Annette Rehberg, Kita-Koordinatorin

 

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